Dieser Tage wurde evident, was dem aufmerksamen Beobachter der US-amerikanischen VC-Szene klar gewesen sein dürfte: (grosse) VC Unternehmen knüpfen über Mittelsmänner aka Business Angels Kontakte zu Start-ups und initiieren das Investment über dieselben. Das Start-up denkt, das Investment käme vom Business Angel, dabei holt es sich in Wirklichkeit einen VC als Gesellschafter ins Boot.
Das ganze Thema wird wie eine Enthüllungsgeschichte behandelt: anonyme Tipster stecken die Information ausgewählten Tech-Blogs (e.g. Pando Daily), die wiederum andeutungsweise vorgehen und erst dann die Namen der VCs veröffentlichen, wenn diese die Existenz der Scout Programme bestätigen – in diesem Fall Sequoia.
Ist das Vorgehen denn verwerflich? Diese Frage wird heftig diskutiert.
Ja, es ist nicht ok, wenn der investierende Business Angel seine Scout-Funktion verschweigt. Das Start-up muss wissen, mit wem es Verträge schliesst und wer der neue Gesellschafter ist.
Nein, ein Scout-Programm ist keinesfalls verwerflich, wenn Transparenz darüber besteht: je grösser VCs werden, desto weniger leicht fällt es ihnen, als Scouts zu agieren. Umso eher müssen sie auf die Unterstützung Dritter – aka Scouts – zurückgreifen. Für den Entrepreneur kann der Zugang über den Scout sogar von Vorteil sein, weil er mit ihm eine engere Beziehung eingehen kann – etwas, was im Zusammenspiel mit VCs oft nicht möglich ist.
Solange Transparenz besteht, sind VC Scout Programme eine gute und wünschenswerte Einrichtung!
